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16. Dezember 2006:
Die Schreibpause war lang und das obwohl es viel zu sagen gab - nur, ich mußte mich vom Rest der Welt mit einer Kur in Hessen erholen. Eine Kur sollte man annehmen, wenn sie einem überhaupt geboten wird. Wer weiß ob es so etwas nach der Gesundheitsreform noch gibt.
Ja, worüber zuerst mein Herz ausschütten? Da wäre das Finanzierungsdilemma des Bush-Besuchs in Mecklenburg-Vorpommern oder die Kostenlawine des geplanten G8-Gipfels in Heiligendamm
. Oder die arrogante Meinung des SPD-Vorsitzenden Beck
gegenüber einem Arbeitslosen. Oder die Bereicherung von Managern und ihre Deals mit den Gerichten. Wir sind praktisch eine Bananenrepublik geworden. Wer da hochnäsig gegenüber Dritte-Welt-Ländern ein Urteil fällt, sollte vor der eigenen Haustür mit dem Kehren beginnen.
Das gilt wohl zunehmend auch für den Naturschutz. Der ist sowieso das Stiefkind aller Parteien in Deutschland, die Grünen
eingeschlossen (und ich weiß wovon ich rede). Ich kann doch kaum noch glaubwürdig gegen die Regenwald-Zerstörung angehen, wenn ich denn die Verstöße gegen die Nachhaltigkeit vor der eigenen Haustür besehe. So hat doch die
SPD-CDU-Koalition in Schwerin ein Koalitionspapier verabschiedet, daß dem Naturschutz in etlichen Positionen den Kampf ansagt. Neben den ökologiefeindlichen Tötungsvorhaben
bei Kormoranen und Krähenvögeln kennt die neue Regierungskumpanei z. B. als Naturschützer nur noch die Angler, Jäger und Kleingärtner benannt. Das Moorschutzprogramm
wird beendet oder versickert in Wasservorhaben. Der Hohn an sich ist die Absicht die ökologisch wertvollsten Habitate des Landes, die Niedermoore, mit schnellwachsenden Hölzern zur Energiegewinnung umzugestalten. Landwirtschaftsminister
Till Backhaus
nun auch noch zum Umwelt- und Naturschutzminister zu machen, bedeutet den Bock zum Gärtner zu machen. Hoffentlich gehen die 5 Koalitionsjahre schnell vorbei. Man sehnt sich schon fast wieder nach PDS-Minister
Methling zurück, und das als Grüner...
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22. September 2006:
Der G. W. Busch ist ein Verbrecher und sein System verbrecherisch. Wie kann man sich nur Foltergefängnisse
in Drittländern per Gesetz sanktionieren lassen und sich dann immer noch als die größte Demokratie im Kampf gegen den Terrorismus feiern lassen. Ähnlich wie Israel wird die USA zu einem neuen Schurkenstaat
- oder waren die das schon immer?
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19. September 2006: Wir waren im Kino! “Das Parfum” (nach dem Buch von
Süskind) lief. Die Besprechungen waren ja allesamt gut bis großartig. Aber dennoch war der Film nicht das, was er versprach. Zunächst das Positive: Die Ausstattung war filigran und üppig, wahrscheinlich in
den Details sogar sehr zeitgenau. Man roch fast den Gestank von Paris im frühen 18. Jahrhundert. Manches war ekelhaft präzise gezeichnet. Der Film hatte auf den ersten 2 Dritteln sogar einen Spannungsbogen
und war ein wenig lehrreich. Dann aber brach er im Niveau
urplötzlich ab. Nicht gerade “zusammen”, aber spürbar “ab”. Jean-Baptiste Grenouille - die Hauptperson - war die einzige Figur des Films, die ein erkennbares Profil besaß, alle anderen Personen waren nur unklare Figuren ohne sichtbares Profil oder Charakter. Vielleicht noch der Parfümier, der in der Nebenrolle mit
Dustin Hoffmann besetzt war, blieb nachvollziehbar. Alles andere war eher oberflächlich und effekthaschend in Szene gesetzt. Das Finale des Films gar war dann so weit in das Reich von Phantasie und
erotischer Effekthascherei verlegt, daß man die letzten 30 Minuten hätte ruhig weglassen können. Ich weiß nicht was die Kritiker so genommen haben, aber nüchtern konnte man solche Lobhudelei nicht schreiben.
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18. September 2006: Die Landtagswahlen sind gelaufen. Und wieder hat es die NPD
geschafft die 5 % - Hürde zu überspringen. Die Grünen wieder nicht. Und was sind die Kommentare der anderen Parteien zum NPD-Ergebnis?
“Das ist eine Katastrophe, das ist bedrückend, das ist grausam.” Aber niemand fragt nach den Ursachen für dieses Ergebnis. Sicher sind Politiker manchmal ziemlich verlogen oder völlig abgehoben,
nur so doof können die nicht sein, daß sie nicht begriffen haben, daß ihre bisherige Politik
Ursache des beklagten Problems ist. Also ist das, was da rauskam, wieder so ein “Wir sind die Guten”-Geheuchel. Es wird solange rechts- oder linksextreme Parteien in den Parlamenten geben, wie die etablierten Parteien nicht anerkennen, was für einen bevölkerungsfremden Mist sie machen. Das derzeitige Parteiensystem ist nahezu überholt. Irgendwie herrscht eine Stimmung wie sie schon in den 20er Jahren in Deutschland herrschte (so glaube ich das nachgelesen zu haben) - und trotzdem keine Spur von Selbstkritik.
Wenn es denn eine funktionierende Demokratie
bei uns gibt, dann hält sie auch eine NPD-Fraktion im Landtag aus. Und Demokraten sollen sich nicht einfallen lassen, Nichtdemokraten im Parlament undemokratisch zu behandeln. Dann ist das Öl ins Feuer deren Wähler und ein Dolchstoß für die Demokratie.
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04. September 2006: Der Wahlkampf tobt in MeckPom. Überall diverse Plakate. Die NPD
hat ebenso viele wie alle anderen zusammen. Keine Laternenmast, der nicht beachtet wird. Die müssen irrsinnig viel Geld
haben, damit sie die alle aufhängen lassen können. Andererseits finde ich es affig, wenn die Plakate dann am nächsten Tag von Unbekannten wieder abgenommen oder heruntergerissen wurden. Hält das eine Demokratie nicht aus, wenn da eine rechtsextreme Partei für sich wirbt? Und dann auch noch diese
Einheitsfront gegen Rechts: Die NPD darf nicht in den Landtag. Man sollte sie verbieten, so der Innenminister. Ich bin nun wahrhaft kein Freund der NPD oder DVU, aber irgendwie ist es doch
doof, wenn man nur gegen eine Partei kämpft, mit allen Mitteln, anstatt sich um die Wählergunst zu bemühen - auch die Gunst potentieller NPD-Wähler. Da liegt ja gerade das Dilemma. Die potentiellen
NPD-Wähler sind möglicherweise gar nicht alle rechtsextrem, aber sie finden das, was die etablierten Parteien machen einfach nur Mist. Die NPD kann man nur mit überzeugender Politik aus dem Landtag halten, nicht mit
prinzipiellen Gründen, diese Partei da nicht haben wollen. Da haben sie alle versagt, von CDU bis zu den Altkommunisten und der PDS. Andererseits sollten wir uns Gedanken machen, warum nationalistische
Gedanken wieder derart Fuß fassen. Die derzeitige Entwicklung der Gesellschaft - sei es in den Medien, in der Außenpolitik, in der Arbeitsmarktlage - führt zu einem riesigen Druck im Bevölkerungskessel. Und
da kann es schon mal einen rechten Blupp machen. Die Gefahr, daß der Kessel explodiert ist wie in der DDR hausgemacht.
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12. August 2006: Die Bundesliga hat wieder begonnen. Die zweite Bundesliga auch. Und
Hansa Rostock
plant einen erneuten Anlauf auf die Rückkehr ins Oberhaus. Ich bin ja ein unverbesserlicher Lokalpatriot, aber so richtig kann ich an die Rostocker Fußballer noch nicht glauben. Vor einem Jahr noch hingen ja im Land überall Riesenplakate mit der Ankündigung, es im ersten Jahr mit dem Wiederaufstieg zu schaffen. Riesenbrüller. Die Plakate wurden schnell wieder abgenommen - aber das war es also. Na ja, ich drücke dennoch die Daumen, auch wenn ich weiß, daß Daumendrücken nichts bringt.
Ansonsten tobt immer noch dieser verbrecherische Krieg
der Israelis gegen die Hisbollah und die libanesische Zivilbevölkerung. Dazu macht ein Weltsicherheitsrat mit einer Resolution “Blub” und nichts passiert. Diese UNO ist ein Fiasko. Die Welt ist mehr denn je zerrissen. Kein Wunder, wenn immer mehr wieder zur Nationalstaatlichkeit zurück wollen. Wenn das so weiter geht, zerfällt die UNO schneller als manche glauben...
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03. August 2006:
Die Israelische Regierung spinnt. Manchmal glaube ich sogar, daß dieser Überfall auf den Libanon wie manches vorher selbst der blanke Terror ist. Das sind Verbrechen
gegenüber der Zivilbevölkerung und die sollte man auch so benennen. Ich habe auch keine Lust, angesichts dieser menschenverachtenden Angriffe, immer wieder auf die Provokationen der Hisbollah
hinzuweisen. Und dann diese Demagogie, daß an den Angriffe auf Häuser, am Tod der Zivilisten die Hisbolla Mitschuld ist. Diese israelische Regierung gehört vor einen internationalen Gerichtshof. Ich hoffe nur, daß es in Israel noch vernünftige Kräfte gibt.
In Mecklenburg-Vorpommern hat das auch seine Rückwirkungen. Wenn da also ein CDU-Hinterbänkler
Angriffe gegen den US-Präsidenten für Antiamerikanismus hält, oder Kritik gegen Olmert zum Antisemitismus deklariert, dann befinden sich solche Leute auf dem gleichen Niveau wie die DDR-Führung mit ihren: Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns, der ist Klassenfeind.
Da sollte man schon froh sein, daß man von einzelnen Christdemokraten als Feind betrachtet wird.
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23. Juli 2006: Arno Breker ist schon einige Jahre tot. Aber irgendwie hat man den
Eindruck er lebt doch noch. In Schwerin jedenfalls ist eine Ausstellung mit seinen Werken aus 7 Arbeitsjahrzehnten eröffnet worden. Und dazu ein medial inszenierter Aufschrei: Nieder mit diesem Nazikünstler. Keine öffentlichen Gelder für eine solchen Menschen und seine Kunst. Irgendwie komme ich mir bei diesem “Experten”-Streit aber wie in der DDR entmündigt vor. Ich soll mir also kein eigenes Bild machen, das Bild des Herrn
Staeck, Präsident der Akademie der Berliner Künste, muß mir angeblich reichen. Wie überheblich muß man sein, die eigene Meinung über irgendwen einem Dritten (also in diesem Falle mir) aufzwingen zu wollen.
Lebt dieser Staeck nicht auch von öffentlichen, zumindest halböffentlichen Mitteln? Jedenfalls gehe ich jetzt aus Protest gegen eine derartig mittelalterliche, inquisitorische Haltung aus Protest ins
Schleswig-Holstein-Haus nach Schwerin. Nicht weil Hitler die Kunst Brekers
mochte, sondern weil ich mir im 21. Jahrhundert nicht mehr von jedem Schreihals die Meinung aufdrücken lasse. Für die Ausstellung war es dennoch ein prima Werbung wider Willen von Engholm oder
Staeck’s Konsorten. Oder haben die ein Problem mit ihrem Ego?
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17. Juli 2006: George W. Bush
war in Mecklenburg-Vorpommern. Als Gast der Bundeskanzlerin Merkel. Bezahlt haben den Besuch aber auch alle, die Bush für einen Verbrecher
halten, und das ist die Mehrheit der Bürger im Land. Der Besuch erinnerte fatal an den Besuch von Helmut Schmidt bei Erich Honecker. Alles voll mit Staatssicherheits- leuten oder BGS-lern. Nur
ausgewählte CDU-nächste Gäste spielten das Volk. Ein Schwein schien der Mittelpunkt des Interesses des US-Präsidenten. Ekelhaft diese Verzerrung von Demokratie. Die Bundesrepublik wird langsam und unheimlich
totalitär. Und das alles wenige Tage nach der Fußball-WM. Ein Höhepunkt jagt praktisch den nächsten. Irgendwie finde ich es gut, daß die deutschen Fußballer den dritten Platz gemacht haben. Alles
andere wäre auch zu übermütig gewesen. Ob Italien oder Frankreich dann gewinnt, war praktisch fast egal, wenngleich ich für Italien gewesen bin. Die Spieler sahen irgendwie auch echt italienisch aus. Mit Zidane
’s Kopfstoß ist dann auch ein religiöser Konflikt auf die internationale Spielfeldebene geholt worden. Was für ein völkerverbindender Sport muß das sein, bei dem gegenseitige Beleidigungen zum Normalen
gehören. Ansonsten wird es aber sicher Zeit, daß der Videobeweis
im Sport Einzug hält. Wir leben ja im 21. Jahrhundert und da ist so etwas ja nun keine Sensation mehr. Und im Nachherein wird die Auswertung ja sowieso elektronisch gemacht. Zum Schutz der Schiedsrichter sollte man da nicht konservativer als der derzeitige
Papst sein.
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06. Juli 2006:
Nicht daß ich keine Lust hatte, etwas zu schreiben, aber manchmal ist der Geist willig, aber der Körper schwach. Nun mit mir geht es bergauf, was man von der Regierungsarbeit
in Deutschland nicht sagen kann. Da merkeln und münteferingen sie an der Zukunft unseres Landes und richten es dennoch zu Grunde. Es geht der Großen Koalition
offenbar gar nicht um die Verbesserung der Lebensbedingungen in der BRD, sondern um die Verbesserung ihrer Position für den nächsten Wahlkampf. Patienten sind ihnen egal, Bürger eine Last - ich
werde diesen Eindruck nicht los. Nur gut, daß wir die Fußball-WM
im Land Haben. Da kann man so schön menschlich sein und im Schatten der Spiele die größte Umbelastung auf Kosten der Normalverdiener und Rentner und ALG-Empfänger machen. Mir ist es manchmal schon peinlich, selbst mal im Bundestag gesessen zu haben, wenn man diesen Irrsinn dieses Parlaments so sieht. Ich fordere die
Unabhängigkeit der Abgeordneten von den Parteien. So geht es jedenfalls nicht weiter. Diese Gruppenzwänge in den Fraktionen sind ein alter, neuer Dolch
im deutschen Rücken (großartige nationalistische Phrase).. Apropos Nationalismus. Nun holt Frau Bundeskanzlerin den Busch
nach Mecklenburg-Vorpommern, weil sie so “stolz” auf ihren Wahlkreis ist. Man sucht über den Rundfunk noch ein wildes Schwein
für den Grillabend mit dem US-Präsidenten. Die Kostendeckung des schwachsinnigen Besuchs (wohl eher privat und Wahlkampfhilfe für die eigene Partei) ist unklar. Egal wie, die Steuerzahler müssen es tragen, also wir. Und die Mehrheit von “wir” will den Busch gar nicht mehr hier oder sonstwo haben. Ich dachte immer Schilda ist der Ort politischen Wahnsinns - Berlin ist jetzt in Führung gegangen.
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11. April 2006: Matthias Platzeck
hat aus gesundheitlichen Gründen aufgehört. Die SPD hat einen Hoffnungsträger verloren und einen Rammbock zum neuen Vorsitzenden bestellt. Schade, ich hatte viel auf Matthias gesetzt. Hatte auf eine echte Reform der SPD gehofft. Nun wird’s beim alten Abgang der Sozialdemokratie bleiben. Beck hat keine Chance gegen
Merkel. Aber das dauert noch... Leid tut es mir um die Gesundheit von Platzeck. Machen wir uns nichts vor, er wird auch zukünftig angeschlagen bleiben. Das Risiko wird gerade bei Machtmenschen noch größer,
den eigenen Körper zu malträtieren. Die Warnungen der Zusammenbrüche werden im Alltag vergessen sein. Und da ist auch keine Lichtgestalt im SPD-Osten, die jetzt eine Vertrauenschance hätte. Bullerjahn
wird nur eine Episode sein.
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27. März 2006: Was eine gute Gesundheit
wert ist, erkennt man oft erst dann, wenn es einem so richtig schlecht geht. Und besonders unangenehm ist es, wenn man so krank ist, dass man auf chemische Hilfe angewiesen ist. Ne, da werd ich doch lieber wieder gesund, wenn es denn geht. Und wenn es nicht geht, dann hab ich wenigstens die Erkenntnis, dass Krankheit ziemlich ungesund ist.
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26. Februar 2006: Die Vogelgrippe
weitet sich immer mehr nach Westen aus. Schuld sind nach Politikermeinung die Zugvögel. Das Problem ist nur, die ziehen jetzt weitgehend nach Norden oder Osten. Die Unlogik stört Leute wie Umweltminister
Backhaus
(niedersächsischer Import nach Mecklenburg-Vorpommern) aber nicht. Dem geht es meiner Meinung nach auch nicht so recht um das Überleben der Vögel sondern um sein eigenes politisches Überdauern. Dabei geht doch durch seine Entscheidungen die größte Gefahr für die Wirtschaft unseres Bundeslandes aus.
Fehl- und Frühmeldungen, Aktionismus - koste er was es wolle, Vogelleichen-Suche mit Flugzeugen, die zu Panikfluchten unter den rastenden Vögeln führen und zur Verbreitung des Krankheitsherdes führen - was muß
denn der Mann noch tun, bis die Sozialdemokraten mitkriegen, daß ihr Frontmann sie mit in ein politisches Grab reißt. Dann werden durch Sondergenehmigungen europäische Vogelschutz-Richtlinien ausgehebelt
Und keiner widerspricht, weil ja evtl. doch die eigene Karriere auf dem Spiel stehen könnte. Ich hätte nicht geglaubt, daß die Hysterie (in gemeinsamer Front von Medien und Politikern) noch die bei der BSE-Krise
übersteigt, aber Backhaus macht’s möglich. Es sind nicht die Wildvögel, die eine Gefahr für die Menschen bilden. Genau besehen sind wir es selbst. Die Kosten für die Lagerung von Tamiflu
verhindern wirklich wichtige Investitionen. Keiner weiß, ob das Medikament überhaupt bei einer Krankheit wirkt, die es noch gar nicht gibt. Geldverschwendung die mich wütend macht.
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08. Februar 2006: Karikaturen
sind immer schon ein politisches Mittel der Auseinandersetzung gewesen. Ihr Ziel sollte es sein, durch Überspitzen auf einen bestimmten Inhalt aufmerksam zu machen. Das kann im Fall des beabsichtigten Verunglimpfens von Gegnern sehr wohl auch am vermeintlichen Inhalt vorbei gehen und nur noch die Person treffen - quasi eine
polemische Karikatur. Diese ist dann wirklich eine Beleidigung. Nun wird in der islamischen Welt heftig gegen religiös-politische Karikaturen protestiert. Ich vermute, daß die meisten der
Protestierenden diese noch nie gesehen haben. Und das habe ich auch nicht. Und das macht es mir nun nicht sehr leicht, die Aufregung zu verstehen. Sind es wirklich Verunglimpfungen einer Religion, dann kann ich
die Proteste sehr wohl verstehen. Ich lehne jedoch jegliche Gewalt gegen Menschen und Sachen ab. Meinungsfreiheit hat andererseits nicht jedes Recht. Sie hat hinter der Wahrung der Würde von Menschen zurück zu
stehen.
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30. Januar 2006: Irgendwie hat die Vogelgrippe
auch was Gutes. Da erfrieren oder verhungern - wie in jedem Winter - am Ufer der Stadtgewässer oder an den Küsten Wasservögel. Das mag aus menschlicher Sicht schrecklich sein, aber so etwas ist brutal-normal
in der Natur. Nur ohne die Hysterie
um die Vogelkrankheit hätte es kaum jemand wahrgenommen. Andererseits ist es auch traurig, daß die “Zivilisation” von der ökologischen Realität erst nach derartigen Pseudokatastrophen Kenntnis nimmt. Aber besser dann als gar nicht! Dabei ist das Sterben von Vögeln in der harten Jahreszeit sogar
notwendig. Die meisten Vogelarten produzieren im Laufe des Jahres viel mehr Jungvögel als zum Arterhalt notwendig sind. Und da ist die natürliche Selektion schon für den Erhalt des globalen Ökosystems (unsere
menschliche Lebenswelt eingeschlossen) notwendig. Gut also das Medieninteresse - weil es dem Denken in ökologischen Zusammenhängen dient - hoffe ich zumindest. Natur ist nun manchmal vermenschlicht grausam.
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18. Januar 2006: Aktionsbündnis gegen Nazis? Bunt statt braun? Nazis raus?
Klasse - alles Formulierungen, die ausgrenzen - und zwar nicht nur die auszugrenzende Seite, sondern auch die Ausgrenzer selbst. Das Problem vieler Linker
ist in diesem Zusammenhang der Mangel an inhaltlicher Auseinandersetzung mit rechten Positionen. Sich zu distanzieren reicht nicht aus. Zu sagen, daß man besser ist, ist einfach zu wenig. Fassaden mit Losungen besprühen ist kulturlos. Fast niemand dieser selbsternannten “Besseren” beschäftigt sich mit den Ursachen der
Akzeptanz
rechtsextremer Positionen bei den Bürgern. Natürlich macht es mehr Arbeit sich der Probleme der Leute vor Ort anzunehmen als sich einfach nur abzugrenzen. Etliche linke Verhaltensweise begünstigen in ihrer
Überheblichkeit
die Verbreitung rechter Akzeptanz. 100 Presseerklärungen taugen weniger als 2 oder 3 Gespräche mit den von den Unzulänglichkeiten der Gesellschaft Betroffenen oder mit den Neonazis selber. Aber dazu braucht man Mut. Später, wenn das Kind im Brunnen oder Landtag liegt, sind dann wieder nur die bösen Wähler schuld.
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12. Januar 2006: Scharon liegt im Koma und Fischer
geht nicht nach Harvard. Gibt es wirklich nichts Wichtigeres, nichts Schreckliches in den Medien zu berichten? Muß einfach grausam sein für die Journalisten, wenn mal kein Mord und Totschlag stattfindet. Na hoffentlich hat wenigstens Frau
Merkel in den USA für die Presse etwas Zoff bereit. Das kann ich mir aber kaum vorstellen. Irgendwer hat gesagt, sie sei das Lieblingszäpfchen von Bush
- und als solches rebelliert man nicht gegen irgendeinen “Arsch”. Thierse
fordert gar “Tapferkeit vor dem Freund”. Wieso eigentlich “Freund”? Es ist törricht, Staaten mit menschlichen Kategorien zu belegen. Nächste Woche sind Freunde dann wieder Feinde oder Schlimmeres, und in einem Jahr wieder dicke Kumpel. Je nachdem, wer gerade hier oder dort das Sagen hat. So manipulieren Menschen wie Merkel oder Thierse oder die Bild-Zeitung die einzelnen Bürgerinnen oder Bürger.
“Wir sind Papst” steht doch semantisch auf einer Stufe mit “Deutschland, Deutschland über alles”.
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28. Dezember 2005: Weihnachten
ist vorbei! So richtig kommt ja in diesen Tagen keine Besinnlichkeit mehr auf, zumindest bei mir und vielen mir bekannten Leuten. Alles nur noch Konsum und Essen und Trinken.
Na ja, ein wenig Platz war ja doch für die Familienbeziehungen und deren Pflege. Der Besuch bei der Familie unseres Sohnes war ausgesprochen nett. Aber das kann man ja auch mehr oder weniger lange vor oder nach Weihnachten pflegen.
Also warum eigentlich feiert man noch Weihnachten?
Der christliche Hintergrund ist mir zwar bekannt, aber der Sinn des Festes ist für Ungläubige und Gelegenheitschristen doch weitgehend verflogen. Feiern wir also nur noch, weil dies immer schon so war und niemand ein Fest ausfallen lassen will? Es wird wohl so sein! Für einen Atheisten können ja die Wintersonnenwende und die länger werdenden Tage herhalten. Aber Weihnachten ist doch so was wie Sonderurlaub!
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22. Dezember 2005: Der Innenminister Schäuble
und noch ein paar Möchtegern-Weltpolitiker haben wohl ein Rad ab. Sie akzeptieren mittelbar die Folter
von Menschen. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Selbst in grünen Reihen höre ich eiernde Annäherungen an Geheimdienstprozeduren,
die jenseits von Gut und Böse sind. Hat denn diese Pseudoangst vor dem Terror durch die Achsen des Bösen allen das Gehirn verbrannt? Ist das was Bush
und seine Vasallen der Welt antun, nicht auch eine Form von Staatsterror.
Keine Form von Terror ist gerecht. Das bedeutet aber: man muß jede Form des Terrors bekämpfen - auch den Terror durch den selbsternannten Weltpolizisten, den durch Israels Regierung
befohlenen, den gegenüber Dissidenten in China usw..
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02. Dezember 2005: Vor 15 Jahren war Bundestagswahl
und Helmut Kohl hat Dank deutscher Einheit mit seiner CDU gewonnen und blieb Kanzler. Bei dieser ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl gab es aber auch die Marginalie “Bündnis 90/Die Grünen”.
Acht Ostdeutsche waren drin, alle West-Grünen waren draußen. Daran erinnert sich 15 Jahre danach offenbar kein Mensch mehr. Sind ja auch kaum noch welche aus der damaligen Bundestags-Gruppe dabei. Werner Schulz hat
mit respektablen Abgang als Letzter von damals die Bundestagsstange gehalten. Die eine oder andere hat inzwischen die Partei gewechselt (Lengsfeld zur CDU, Schenk zur PDS) oder sich in die Parteilosigkeit
abgemeldet. Irgendwie trotzdem traurig, daß keiner mehr etwas von damals wissen will. Irgendwas muß ich gegen das Vergessen werden tun.
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12. November 2005:
Da ist man nur ein paar Tage im Urlaub und schon geht in Deutschland alles den Bach runter. Müntefering war sicher ein Auslaufmodell und mein “alter Freund” Matthias Platzeck
jetzt als SPD-Vorsitzender gefällt mir gut. Es ist ja schon ein paar Jahre her, als er bei der Gründung der DDR-Grünen mit dabei war. Aber es kann auch kein Makel sein, wenn man oder frau sich einer anderen demokratischen Partei zuwendet, wenn sie besser zu einem paßt. Ich hoffe daß mit dem Führungswechsel bei der Großmutter Sozialdemokratie endlich wieder Frische aufkommt und die Enkel den Kurs bestimmen können. Irgendwie brauchen die
Grünen auch einen Matthias Platzeck.
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23. Oktober 2005: Also Marcus Japke
von der Ostseewelle M-V war zunächst eine Herausforderung für mich. Eigentlich höre ich mehr musikarme Rundfunksender, aber frühmorgens mag ich manchmal noch nicht so nachdenken - und dann geht halt auch die Ostseewelle. Ja und dann war eines Tages dieser Japke da. Erst wollte ich ja sofort umschalten, aber irgendwann habe ich dann gemerkt, daß diese quäkige Stimme und der frivole Schwachsinn zumindest wach hält oder wach macht. Soll es ja wohl auch.
Allerdings ist die Grenze dann beim sogenannten Treuetest
erreicht. Da wird man dann wirklich so richtig verdummt. Mag ja der eine oder andere Fall autentisch sein. Die Regel sind aber wohl von Laien vorgespielte Pseudotests. Es ist schon merkwürdig, daß sich alle angerufenen Testpersonen niemals mit Nachnamen melden. Da das Personal offenbar überschaubar bleiben muß (Geheimhaltung), erkennt man bald die verschiedenen Stimmen wieder. Ab und an wird eine besondere Story eingebaut, wie “Moderator wird erkannt” oder “Mann verführt Frau am Telefon”. Dennoch auch in der psychologischen Intention völlig unglaubwürdig oder überzogen. Aber vielleicht wollen viele Leute ja so verdummt werden.
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11. Oktober 2005: Die Merkel
wird Bundeskanzlerin. Und ich dachte der 18. März 1990 sei der politisch tragischste Tag meines Daseins gewesen. Nichts da, es geht immer noch schlechter. Aber wenn ich es wieder recht bedenke, hat das mit der Merkel ja auch was Gutes. Denn der Schröder ist dann ja nicht mehr Kanzler! Und die große Koalition hält sowieso nur so lange, bis die SPD wieder Morgenluft wittert. Und dann ist Angela Merkel wieder weg vom Fenster und
Schröder schreibt an seinen Memoiren. Bis dahin haben sich dann hoffentlich neue Eliten in der Politik entwickelt, die wieder an den Problemen der Menschen interessiert sind und die nicht selbst das
Problem sind. Aber das habe ich nach Helmut Kohl auch schon mal gedacht.
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30. September 2005:
Wieder ein Jahr älter geworden. Und alle haben gratuliert. Jedenfalls fast alle von denen ich das erwartet hätte. Und alle wünschten mir nur das Beste. Und ich habe mich wie jedes Jahr sehr erfreut gezeigt. Dabei mag ich gar keine
Geburtstage.
Sie erinnern mich an das oft störenden Stundenschlagen einer Kirchturmuhr - wenngleich die Glocken in diesem Fall nur einmal im Jahr schlagen. Außerdem kann ich gar nichts dafür, daß ich wieder ein Jahr älter geworden bin. Ich habe den Stratpunkt nicht zu verantworten.
Aber wenn ich so recht überlege, wenn keiner gratulieren würde, wäre es auch nicht so schön...
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