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13. Dezember 2009: Weihnachten
naht unerbittlich. Welches Medium man auch nutzt, immer irgendein Weihnachtslied mit viel Christenheit und Engelchören. Auch hier in Ostland, wo die meisten doch an keine Götter glauben. Und das ewige Gelaber nach “Weißer Weihnacht”. Na, egal, das geht auch wieder vorbei,
Silvester eingeschlossen. Das mag der Verteidigungsminister von und zu Guttenberg ja auch denken. Aber sein Verhalten ist offenbar genauso verlogen wie das des Herrn Jung. Oder die Bundeswehr
macht alles sowieso so wie sie es will, der Minister ist nur Staffage. Und eine solche Armee bringt in einem Krieg, der sie nichts angeht, auch noch gezielt Leute um. Diese Soldaten sollen sofort zurück kommen. Von
Deutschland geht nun doch wieder Krieg aus. Und dann ist da noch der Klimagipfel
in Kopenhagen. Es wird geschachert wie auf einem marokkanischen Basar. Selbst wenn da ein Papier verabschiedet wird, umgesetzt wurde so was bisher kaum. Den Röttgen
hatte ich bisher ja noch nie in Sachen Umweltpolitik im Visier gehabt. Bisher tut er ja so, als wenn er gegen die Mehrheitsmeinung der Koalition anstinken will. Aber so recht ernst nehmen kann ich das nicht - dafür habe ich zu viel Vorwissen über das Geschehen in den Parteien. Zumindest der Stopp des Planvorhabens eines
Steinkohlekraftwerks bei Lubmin war dann doch erfreulich. Es hat also doch DONG gemacht. Minister Backhaus
hat noch erklärt, daß er nicht Schuld dran ist. Diese Ehre kam ihm hier wirklich nicht zu. Dieser Nachtrag zeigt, daß er das Kraftwerk eigentlich doch gewollt hat. Nun ja...
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17. November 2009:
Urlaub ist was Feines. Und Urlaub kann auch bilden. Ich habe jedenfalls mein Geschichtsbild über Deutsch-Südwest-Afrika incl. Namibia
erheblich präzisieren müssen. Das ist aber auch schon eine beeindruckende, wenngleich trockene Region dieser Welt. Das Spannende ganz nebenbei, daß wir 3 Wochen von nahezu allen Informationen aus Deutschland abgeschnitten waren. Und dann kommt man zurück und es hat sich fast nichts geändert. Na gut, wir haben eine neue Regierung.
Westerwelle war ja schon gesetzt. Merkel auch. Aber alle anderen Besetzungen dann schon. Herr Brüderle wird sicher so was wie ein Minister Glos
werden: Man weiß nicht was er da tut und warum. Aber man sollte die Jungfer nicht vor dem Morgen kritisieren. Ansonsten habe ich keine Ahnung, warum ein Herr Röttgen
Umweltminister geworden ist. Von diesem habe ich in Sachen Umweltpolitik noch nie was gehört. Vielleicht hat die Frau Merkel ihn gerade deshalb ausgewählt, weil er von nichts was weiß. Na, mal sehen. Die Streitigkeiten zwischen CDU und FDP zu Beginn der Legislaturperiode lassen ja eine lustige Politik-Comedy erwarten.
Ja, und dann hat sich der Torwart Robert Enke
depressionskrank das Leben genommen. Depression gilt in dieser Gesellschaft irgendwie schon als Geisteskrankheit. Und so habe ich echte Zweifel, ob die Beteuerungen, daß man jetzt im Leistungssport da mehr drüber nachdenken will und rücksichtsvoll sein möchte, irgendetwas bewirken werden. Die Konsequenz wird doch sein, daß diese Sportler gerade noch bei den
Paralympics
starten dürfen. Wie auch in der sonstigen Gesellschaft sind Kranke jeglicher Art bei uns unerwünscht. Das Signal von R. Enke wird verpuffen, es wird quasi deislerisiert. Ist schon eine kranke Welt in der wir leben.
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10. Oktober 2009:
Da ist ja noch Leben in der SPD. Der Aufstand in Thüringen macht mir die Basis in der Partei wieder sympathisch - vorausgesetzt die ziehen den Putsch gegen die Matschie-Seilschaft auch durch. Es ist immer
tollkühn, wenn der Vorstand das Gefühl für die Basis verliert. Ich mache mir ja auch nichts vor, die Lage ist für die SPD nicht sehr schön. Dennoch, die Mitglieder einer Partei sollten selbst in einer solchen
kritischen Situation nie als reine Abnicker der Vorstandsmeinung mißbraucht werden. Dann genau wäre die Partei auf dem besten Weg zur CDU-Pseudokratie oder zur Diktaturpartei. Ob Frau Merkel
noch weiß, was ihre Basis will? Was macht aber eigentlich die SPD in Mecklenburg-Vorpommern? Ich habe lange nix mehr gehört von Sellering und Co. Ach ja, da ist ja noch der NABU-Vogel des Jahres
2010. Den Kormoran
zu küren ist eine geniale Wahl. Diese Wahl soll nämlich gar nicht auf eine besondere Gefährdung der Art durch Umwelteingriffe hinweisen, sondern direkt auf die mannigfaltigen Angriffe der deutschen Politik gegenüber der Natur hinweisen. Das ist auch keine europäisch zu lösende Frage, Minister
Backhaus, das sind Hausaufgaben auch für die Regierungen in den Bundesländern!
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27. September 2009:
Irgendwer hat gesagt, daß ein Volk immer die Regierung bekommt, die es verdient hat. Warum haben wir so viel Strafe erworben? Ich hoffe nur, daß der Westerwelle
überzieht. Irgendwie kann ich mir den narbengesichtigen noch nicht als Außenminister vorstellen. Aber es mag Schlimmeres geben. Nur Schwarz-Gelb ist mir unheimlich. Hatten die Deutschen ja schon gehabt, aber das war dann auch nichts Gutes.
Ich bin ja gespannt, um wie viel meine Steuern nun fallen, und ab wann. Glauben kann ich Politikern vor Wahlen ja nur wenig, nach den Wahlen dann nur dem Koalitionsvertrag mit Festlegungen für die beiden ersten
Jahre. Oh nein, was ein rabenschwarzer Tag. Und nun will die CSU plötzlich auch nicht mehr schwarz sein, die sind jetzt blau. Passend zum Oktoberfest. Das Wetter schlägt hier im Norden jetzt auch um, es wird
herbstlich mies. Suizidwetter! Nur gut, daß es noch viel Gemüse und Obst im Garten gibt. Damit kann man ja seine Gesundheit stärken, damit einem die nächsten 4 Jahre nichts anhaben können.
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01. September 2009:
Ich schäme mich ja schon beinahe, so selten schreibe ich hier auf, was mich bewegt. Dabei könnte ich eigentlich täglich was reinstellen. Aber dann ist die Arbeit oder die Familie wichtiger und manchmal bin ich auch einfach nur zu faul.
Sonntag war aber wieder so ein Tag des Nachdenkens. Die Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und dem Saarland waren ja schon ganz schön spannend. Aber da wurde einem schon ganz schön klar, warum die SPD
so eine Angst vor Lafontaine und Gysi
und den sogenannten Linken haben. Die nehmen ihnen nämlich die Wähler und die Themen weg. Geistiger Diebstahl verjährt in der Politik zwar schon nach 10 Minuten, aber ist das eigentlich überhaupt Diebstahl? Da liegen diverse politische Themen der Sozis und auch der
Grünen
völlig vernachlässigt oder weggeworfen auf der Straße. Da sollte man den Linken fast dankbar sein, daß sie so wertvolles Gedankengut aufheben. SPD und die Grünen haben sich jedenfalls im Durchschnitt ganz schön weit weg bewegt von ihren einstigen Idealen. Ich hoffe sie haben sich was dabei gedacht, oder doch nicht?
Ja und nun ist guter Koalitionsrat teuer. Das Saarland
scheint dahingehend unproblematisch, aber nach einer rot-rot-grünen Allianz wird sich das alles noch weiter zugunsten der Linken verschieben. Aber das Saarland nimmt wegen seiner geringen Größe wahrscheinlich auch niemand so ernst, so daß es als Experimentierland angehen mag. Aber was ist mit
Sachsen? Da gibt es kaum noch SPD-Wähler, jedenfalls kaum mehr als Grünwähler. Die haben jetzt ihre Chance in der Opposition? Aber da waren sie ja schon immer. Da bleibt wohl bloß noch die Vereinigung mit den
Linken oder den Grünen. Ach Quatsch, die werden ja nicht wollen - also weitermachen und nicht nachdenken. Ja und dann der Trauerfall Thüringen. Eigentlich ja eine gute Konstellation für rot-rot-grüne
Gemeinsamkeit. Aber da kommt bei Grüns und SPD wieder die alte Stasi-Neurose raus. Irgendwie muß man ja immer wieder belegen, daß man die bessere Sorte Mensch vertritt oder ist. Natürlich waren und sind da echte
Arschlöcher bei den Linken dabei. Aber haben die anderen nicht mindestens ebenso große Knalltüten. Was weiß ich denn von Herrn Matschie. Was hat er früher gemacht? Was macht er jetzt? Das ewige Herunterbeten,
die SPD macht nach der Wahl was sie vorher versprochen hat, fällt der SPD Jahrzehnte zu spät ein. Und ist der Ruf erst ruiniert... Nein, dahinter versteckt sich eine Strategie die von der Wahlniederlage ablenken
soll, und aus Verlierern noch Sieger machen will. Das Gleiche kann der SPD 2011 doch auch in Mecklenburg-Vorpommern passieren. Und auch in anderen Bundesländern. Da sollten die schon mal irgendwo anfangen mit dem
untergeordneten Zusammenarbeiten. Haben sie doch in Berlin bei der Merkel schon geübt. Also auch rot-rot-grüne Koalition mit von mir aus Herrn Ramelow
an der Spitze. Hat der Ramelow irgendetwas getan, was ihn als Ganoven herausstellt? Aus der Sicht der meisten Bürger wohl kaum. Aber aus Sicht der unterlegenen Parteien ist kein Mittel untauglich den politischen Konkurrenten herabzuwürdigen. So ein Verhalten läßt mich auch an der Befähigung von
Christoph Matschie
zum Ministerpräsidenten zweifeln. Irgendwie hatte ich ihn damals im Bundestag sachlicher in Erinnerung. Daran zu glauben, daß die CDU ihm den MP anträgt, zeigt einen hohen Grad geistiger Verwirrtheit.
Ja, aber irgendwie will ich ja auch mal was Lobendes sagen: Der August 2009
war witterungstechnisch großartig. Und daran gibt es kein wenn und aber. Aber vielleicht hatte das ja auch was mit dem Klimawandel zu tun? Oder mit der CDU?
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16. Mai 2009: Der Papst
war in Israel und auch sonst im Nahen Osten unterwegs. Der Zusammenprall der monotheistischen Religionen war wieder mal eine Pracht. Ich hätte mich ja nicht wieder dazu geäußert, aber die Kommentare zu diesem Ereignis der Kirchenpolitik haben mich doch aufgeregt. Wie Geier untereinander um die Rangfolge kämpfen, war der Besuch des Herrn
Ratzinger
durch die üblichen Vorrangkämpfe der Religionen geprägt. Und in der ersten Reihe der Geiferer wieder der Zentralrat der Juden in Deutschland und auch viele jüdischgläubige Menschen in der weiten Welt. Man möchte fast den Papst unterstützen, wenn man dieses ewige Heischen Israels nach Schuldanerkenntnis und infolgedessen auch monetärer Sühne sieht. Auch eine evangelische Pastorin hat an “unsere” Schuld erinnert. Ich habe nur das Problem, daß ich keine Schuld empfinde - nicht ohne anzuerkennen, daß den Juden in Europa so entsetzlich viel Unrecht und Grausamkeit zuteil wurde. Nur Schuld setzt eine verursachende Tat voraus. Ich habe nichts getan. Und ich habe kein Schulderbe angenommen.
Die Vermischung von Gegenwart und Geschichte ist dabei problematisch, da von Israel jetzt selbst so viel Unrecht und Gewalt ausgeht. So wird es noch schwerer die Vergangenheit auf der Tagesordnung zu halten. Aber streng genommen geht es wieder nur um Macht- und Geldfragen. Mit der Ehrlichkeit religiösen Glaubens ist es wie so oft nicht weit her. Die Vergangenheitsbewältigung
wird hier in ekliger Weise instrumentalisiert. Ansonsten ist das Frühjahr eigentlich ein Pracht. Ein so langes Frühjahr ist mir nicht in Erinnerung. Irgendwann sollte es nun aber auch mal etwas länger regnen.
Sonst wird das Grundwasser knapp. Vielleicht kann sich da mal die Kirche drum kümmern...
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10. März 2009:
Man, diese Frühjahrsmüdigkeit ist irgendwie tödlich. Von mir aus könnte es ganz schnell Frühling werden. Dieses Sauwetter ist schon eine Last. Na ja, aber dagegen kann man ja nichts machen. Aber ungeduldig kann ich ja wohl sein.
Ansonsten zeigen die Kommunalwahlen ihre ersten Streifen am Horizont. Und es ist gar nicht so leicht gute Kandidaten für die Gemeindevertretung zu finden. Keiner hat mehr Lust auf unbezahlte Arbeit. Ehrenamt -
da lachen viele nur noch. Aber wir werden schon wieder eine gute Liste aufstellen, hoffe ich jedenfalls. Über die Politik weiß ich gerade nicht so richtig zu schimpfen. Aber vielleicht doch über diese
Finanzhilfen für bedürftige Bänker und Banken und die Automobilwirtschaft. Da wird jetzt ein künstlicher Bedarf an Autos geschaffen nur um weniger Arbeitslose zu bekommen. Mag ja recht ehrenvoll klingen, aber das
ist aus meiner Sicht der falsche Weg. Wahrscheinlich sollte man die ganzen Banken verstaatlichen? Aber ob das wirklich was bringt? Ich habe den Verdacht, daß es eher an einem Grundfehler im Kapitalismus liegt und es
tatsächlich die bei Karl Marx benannte zyklische Krise gibt. Das heißt aber nun noch lange nicht, daß der Sozialismus nicht auch einen Systemfehler hat. Möglicherweise liegt dieser in der Unvollständigkeit oder dem
hohen Grad an Triebsteuerung der Menschen an sich. Dann gäbe es aber kein System, daß funktioniert. Irgendwie enttäuschend.
Obama macht sich immer mehr. Gut aber, daß es etwas ruhiger um ihn geworden ist. Sonst verschleißt er zu schnell.
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02. Februar 2009:
Irgendwie war die Schreibpause diesmal doch ganz schön lang. Es gab diverse aussichtsreiche Themen, aber angesichts des grauen Winterwetters fehlte mir der Antrieb meine Stimmung auch aufzuschreiben. Aber nun werden die Tage wieder länger und da ist der innere Druck dann auch wieder groß genug.
Zunächst ein Rückblick auf den eigentlich noch immer laufenden Krieg Israels gegen den Gaza-Streifen. Der Konflikt begann ja nicht erst vor wenigen Jahren sondern schon kurz nach dem 2. Weltkrieg. Die
Weltgemeinschaft mit den Briten an der Spitze hatten keine Ahnung (oder die böse Absicht) von den Auswirkungen ihrer Staatsgründung Israel. Und nun hat sich mit Hilfe der USA und auch Europas da ein Staat gebildet,
der mit seiner aggressiven Expansions- und Besetzungspolitik für mich nahe am Begriff “faschistisch steht. Und das was die israelische Regierung in Gaza getan hat - Kriegsverbrechen einbezogen, wird offenbar
von einer großen Mehrheit der Bevölkerung Israels gebilligt und befördert, so daß sich diese mitschuldig gemacht hat und macht. Aber jetzt kommt jedoch die eigentliche Demagogie:
Jüdische Bürger in Deutschland (z.B. im Zentralrat der Juden) sagen, daß man die Regierung Israels kritisieren darf, aber dabei keineswegs antisemitisch sein soll. Wenn man dann aber die Regierung kritisiert, erfolgt sofort die Unterstellung, daß man Antisemit ist. Das ist dann wohl auch die demagogische Absicht, die rhetorische Falle. Ich erlaube mir also auch Kritik an der teilweise bösartigen und überheblichen Arbeit des Zentralrats (siehe z. B. Boykott der Gedenkfeier im Bundestag). Und es ist dann immer schwerer das Mißfallen gegen die Führung nicht auch innerlich zu verallgemeinern.
Aber es ist auch an anderer Stelle nicht leicht unvoreingenommen zu sein. Heute teilt Bundesminister Gabriel mit, daß das seit vielen Jahren eingeforderte und diskutierte Umweltgesetzbuch
wegen des Widerstands der Unions-Parteien nicht kommt. Dabei wurde solches schon unter Helmut Kohl gefordert. Und nun unter Führung von Frau Merkel (Ex-Umweltministerin) stirbt das Projekt. Wer immer geglaubt hat, daß der CDU/CSU ein ökologisches Fell gewachsen ist, wird spätestens jetzt sehen, daß es nur ein Schafsfell um den bösen Wolf ist. Die konservativen Parteien sind die größte Gefahr für den Klimahaushalt der Erde. Das Dumme ist nur, daß die Mehrheit der Deutschen immer noch so kurzfristig vorausdenkt und dann auch so wählt. Alles nach dem Motto: Was geht uns die Welt nach uns an...
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